Das Grundgesetz verpflichtet den deutschen Staat und seine Bürger: Einsatz für Menschenwürde, Menschenrechte, Frieden und Gerechtigkeit weltweit! Wir sind ständig aufgefordert zu kontrollieren, dass das auch passiert; und wenn nicht, sollten wir gerechte und friedliche Außenbeziehungen einfordern!

Schriftzug des Grundgesetzes

Das Grundgesetz bezieht sich in seinem Verständnis auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und legt unseren Staat und uns Bürger auf das fest, was in dieser Erklärung steht: Mitarbeit daran, dass alle Menschen weltweit Menschenwürde haben nicht nur die “ethnischen Deutschen” oder in Deutschland Lebenden!” Leider wird der zweite Teil dieses Artikels selten erwähnt:
“(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.”
http://www.bundestag.de/bundestag/aufgaben/rechtsgrundlagen/grundgesetz/gg_01.html

Warum mussten 500.000 Menschen in Irak sterben? Irak-Krieg: Es begann mit einer Lüge! UN-Diplomat Brahimi: “Aus der Ferne glaubt man, die USA, so ein großes mächtiges Land, die wissen, was sie tun, die haben Pläne. Und dann kommst du näher und siehst, das stimmt gar nicht. Und du redest mit ihnen und freust dich im ersten Moment sogar, dass die auch nicht klüger sind als du selbst. Aber dann kommt der Schrecken: Um Himmels willen, und diese Leute bestimmen die Geschicke der Welt! Ich habe mit den Amerikanern gearbeitet und sie beobachtet, und ich verstehe heute besser, wie sie funktionieren. Das ist ein Gewinn für mich. Aber ich muss Ihnen sagen: Ich bin nicht beeindruckt – sondern vor allem beunruhigt.”

Irak-Krieg: Es begann mit einer Lüge

Dokumente aus dem Irak-Krieg: Chinesische Zeitung feiert Wikileaks-Enthüllungen

Den WikiLeaks-Enthüllungen zum Irak-Krieg folgt weltweit ein unterschiedliches Echo: Während sich die US-Regierung empört, halten sich chinesische Medien mit Kritik zurück. Ein Blatt sieht in den Veröffentlichungen ein Beleg für amerikanische Menschenrechtsverletzungen.

US-Soldaten im Irak: Bilder eines KriegesFotos
Getty Images

Peking – Die Enthüllungen der Plattform WikiLeaks zum Irak-Krieg haben weltweit für Aufsehen gesorgt – vor allem in den USA. In ersten Reaktionen sprach Washington von einer “Gefahr” und einer “Bedrohung” für seine Soldaten. Ganz anders in China: Dort werden die Veröffentlichungen der insgesamt 391.832 geheimen Feldberichte aus dem Irak-Krieg teilweise mit Genugtuung aufgenommen.

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Der Grund dafür: Die geheimen Militärdokumente zeigen aus chinesischer Sicht amerikanische Menschenrechtsverletzungen. “Die Enthüllungen geben der Welt eine Gelegenheit, das wahre Gesicht des von den USA geführten Krieges im Irak zu sehen, das sonst vertuscht worden wäre”, schreibt die englischsprachige Tageszeitung “China Daily” am Montag in einem Kommentar. Das Ausmaß der Verbrechen “sollte jeden rechtschaffenen Menschen empören”.”Es setzt wieder ein großes Fragezeichen hinter das von den USA selbst verbreitete Bild des Weltmeisters der Menschenrechte”, hieß es unter Hinweis auf die wiederholte Kritik der USA an der Menschenrechtslage in Entwicklungsländern. Dabei lehnten es die USA ab, “ihre eigenen, in den Wikileaks dokumentierten Menschenrechtsverletzungen aufzuklären oder wiedergutzumachen”. Die Papiere ließen durchschauen, wie die USA zweierlei Maß anlegten.

Das Parteiorgan “Renmin Ribao” hingegen schreibt auf seiner Webseite eher sachlich, die Veröffentlichung komme zu einer “heiklen Zeit” und werde in der gegenwärtigen Situation im Irak “Öl ins Feuer gießen”. Außerdem werde es vor den Wahlen in den USA im November sicherlich “in einem gewissen Grad negative Auswirkungen” auf die Regierung von US-Präsident Barack Obama haben.

Auch die englischsprachige Zeitung “Global Times” berichtete nachrichtlich und zitierte nur am Ende eine chinesische Expertin, die darauf hinwies, dass sich die Internet-Technologie durch ihre schnelle Entwicklung staatlicher Kontrolle entziehe. “Das stellt eine große Herausforderung für alle Regierungen dar”, sagte Tang Lan, Vizedirektorin des Instituts für internationale Beziehungen.

Der SPIEGEL, der Londoner “Guardian”, die “New York Times” und andere Medienunternehmen haben die 391.832 von WikiLeaks veröffentlichten Militärdokumente intensiv analysiert. Die Enthüllungen werfen ein neues Licht auf den Konflikt – und belegen auf einzigartige Weise, wie hilflos die hochgerüstete Supermacht USA jahrelang war.

anr/dpa

http://www.google.de/imgres?sa=X&biw=1067&bih=501&tbm=isch&tbnid=VCSBG0yIxNxcaM:&imgrefurl=http://www.spiegel.de/politik/ausland/dokumente-aus-dem-irak-krieg-chinesische-zeitung-feiert-wikileaks-enthuellungen-a-725099.html&docid=_FcAIjBwRDOJNM&imgurl=http://cdn4.spiegel.de/images/image-118443-panoV9-mlfq.jpg&w=520&h=250&ei=wwqXUp_KPMLmswaG4oCgCA&zoom=1&iact=hc&vpx=381&vpy=211&dur=93&hovh=156&hovw=324&tx=199&ty=74&page=1&tbnh=133&tbnw=221&start=0&ndsp=15&ved=1t:429,r:2,s:0,i:89

Die Rücksichtlosigkeit des Krieges enthüllt vom US-Soldat Manning: Zivilisten werden wie Tiere gejagt und erschossen; er wurde für die Veröffentlichung bestraft, nicht die, die getötet haben:

Der UN-Diplomat zum Hintergrund des Krieges:

Der in Frankreich lebende 78 jährige Jurist und Politikwissenschaftler hat als UNO-Diplomat in den vergangenen Jahren in vielen internationalen Konflikten vermittelt. Jetzt soll er in Syrien eine Lösung suchen. Er hat große Skepsis geäußert, was ein mögliches militärisches Eingreifen in dem Land angeht. Über eine militärische Option zu sprechen, gleiche einem Eingeständnis des diplomatischen Versagens, sagte der ehemalige algerische Außenminister. Er hoffe sehr, dass eine militärische Intervention nicht nötig sei.

Standard: Sie selbst haben 2004 Afghanistan verlassen und wurden von Kofi Annan in den Irak geschickt. Können Sie die große Frage beantworten, was genau die USA im Irak gesucht haben?

Brahimi: Ich habe diese Frage hundertmal mir selbst und anderen gestellt, und ich habe nie eine befriedigende Antwort darauf gefunden. Nach den nichtexistenten Massenvernichtungswaffen war plötzlich die Demokratie der Kriegsgrund – und Leute wie Dick Cheney werden wahrscheinlich sagen, dass der Arabische Frühling eine Spätfolge der Irak-Invasion ist. Das ist blanker Unsinn.

Standard: Als Modell kann der Irak wirklich nicht dienen.

Brahimi: Der Irak macht es für die Demokratie in der arabischen Welt nur noch schwerer, ein abschreckendes Beispiel. Jemand hat einmal gesagt, dass im Irak allein die Korruption demokratisiert wurde. Acht Jahre nach dem Sturz Saddam Husseins haben sie noch immer nicht so viel Elektrizität wie davor, in der Sanktionszeit. Und wenn, was ich hoffe, aus dem Irak einmal eine wirkliche Demokratie wird, dann können die USA das nicht für sich beanspruchen. Sie haben dort nur zerstört. Die Iraker schulden ihnen nichts. Wir brauchen eine internationale Kommission, die aufklärt, was da alles passiert ist – etwa als das große Töten des Bürgerkriegs begann und nicht gestoppt wurde. Und heute wird so getan, als hätte das alles nicht stattgefunden.

Standard: Sie sagen, dass die USA von Beginn an nur am Irak interessiert waren, und doch war das Vorgehen dem in Afghanistan ähnlich. Wie erklären Sie sich die schweren Fehlentscheidungen?

Brahimi: Ich möchte darüber nicht einmal spekulieren. Was immer man sich vorstellt, es macht einfach keinen Sinn. Bagdad war voll von weißhaarigen US-Diplomaten, die schönes Arabisch sprachen und die Region verstanden – und auf die niemand in Washington gehört hat. Ach, die vielen Experten, die gesagt haben: “Löst nur ja die irakische Armee nicht auf, das ist das Rückgrat der Gesellschaft.” Und es war das erste, was sie getan haben. Es waren einige amerikanische Likud-Leute bei den Irak-Entscheidungen dabei, für sie mag Israel eine Rolle gespielt haben – aber auch Israel hätte das nicht gebraucht, im Gegenteil, es leidet selbst darunter, unter anderem, weil die USA unwiderruflich beschädigt sind.

Standard: Und am meisten unter dem paradoxesten Ergebnis des Irakkriegs: dem Aufstieg des Iran.

Brahimi: In der Tat. Das ist das wichtigste Resultat. Und das kann man doch nicht rational erklären!

Standard: Glauben Sie, dass da doch ein großer Plan dahintersteckt, oder ist es pure Hilflosigkeit?

Brahimi: Aus der Ferne glaubt man, die USA, so ein großes mächtiges Land, die wissen, was sie tun, die haben Pläne. Und dann kommst du näher und siehst, das stimmt gar nicht. Und du redest mit ihnen und freust dich im ersten Moment sogar, dass die auch nicht klüger sind als du selbst. Aber dann kommt der Schrecken: Um Himmels willen, und diese Leute bestimmen die Geschicke der Welt! Ich habe mit den Amerikanern gearbeitet und sie beobachtet, und ich verstehe heute besser, wie sie funktionieren. Das ist ein Gewinn für mich. Aber ich muss Ihnen sagen: Ich bin nicht beeindruckt – sondern vor allem beunruhigt. (Das Gespräch führte Gudrun Harrer. STANDARD-Album-Printausgabe, 10./11.9.2011)

Lakhdar Brahimi (77), derzeit UN-Vermittler in Syrien, algerischer Diplomat und Außenminister von 1991 bis 1993, danach Berater von Uno-Generalsekretär Kofi Annan, Vizegeneralsekretär und Sonderbeauftragter in vielen Krisenherden, unter anderem in Afghanistan (1997-99 und 2001-04) und danach im Irak.

Jede/r AfrikanerIn hat seit 1948 das gleiche Recht auf Menschenwürde, Leben, Arbeit, Gesundheitsversorgung, Bildung, Demokratie, persönliche Freiheit, Ernährungssicherheit, wie etwa ein Europäer oder Amerikaner; gegenüber seiner/ihrer Regierung und der Staatengemeinschaft, denn so haben es die Staaten mit der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte beschlossen! Wir sehen diese Erklärung als unsere globale Verfassung an, die aber nur wirksam wird, wenn sich die Menschen der Welt dahinter stellen, dass wir eine menschliche Familie mit gleichen Rechte für alle ihre Mitglieder stellen! Wir werben für dieses Verständnis!

File:EleanorRooseveltHumanRights.png

Resolution 217 A (III) der Generalversammlung vom 10. Dezember 1948
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

PRÄAMBEL

Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet,

da die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen, und da verkündet worden ist, daß einer Welt, in der die Menschen Rede- und Glaubensfreiheit und Freiheit von Furcht und Not genießen, das höchste Streben des Menschen gilt,

da es notwendig ist, die Menschenrechte durch die Herrschaft des Rechtes zu schützen, damit der Mensch nicht gezwungen wird, als letztes Mittel zum Aufstand gegen Tyrannei und Unterdrückung zu greifen,

da es notwendig ist, die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Nationen zu fördern,

da die Völker der Vereinten Nationen in der Charta ihren Glauben an die grundlegenden Menschenrechte, an die Würde und den Wert der menschlichen Person und an die Gleichberechtigung von Mann und Frau erneut bekräftigt und beschlossen haben, den sozialen Fortschritt und bessere Lebensbedingungen in größerer Freiheit zu fördern,

da die Mitgliedstaaten sich verpflichtet haben, in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen auf die allgemeine Achtung und Einhaltung der Menschenrechte und Grundfreiheiten hinzuwirken,

da ein gemeinsames Verständnis dieser Rechte und Freiheiten von größter Wichtigkeit für die volle Erfüllung dieser Verpflichtung ist,

verkündet die Generalversammlung

diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal, damit jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Einhaltung durch die Bevölkerung der Mitgliedstaaten selbst wie auch durch die Bevölkerung der ihrer Hoheitsgewalt unterstehenden Gebiete zu gewährleisten.

Artikel 1

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 2

Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.

Des weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.

Artikel 3

Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.

Artikel 4

Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel in allen ihren Formen sind verboten.

Artikel 5

Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.

Artikel 6

Jeder hat das Recht, überall als rechtsfähig anerkannt zu werden.

Artikel 7

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. Alle haben Anspruch auf gleichen Schutz gegen jede Diskriminierung, die gegen diese Erklärung verstößt, und gegen jede Aufhetzung zu einer derartigen Diskriminierung.

Artikel 8

Jeder hat Anspruch auf einen wirksamen Rechtsbehelf bei den zuständigen innerstaatlichen Gerichten gegen Handlungen, durch die seine ihm nach der Verfassung oder nach dem Gesetz zustehenden Grundrechte verletzt werden.

Artikel 9

Niemand darf willkürlich festgenommen, in Haft gehalten oder des Landes verwiesen werden.

Artikel 10

Jeder hat bei der Feststellung seiner Rechte und Pflichten sowie bei einer gegen ihn erhobenen strafrechtlichen Beschuldigung in voller Gleichheit Anspruch auf ein gerechtes und öffentliches Verfahren vor einem unabhängigen und unparteiischen Gericht.

Artikel 11

1. Jeder, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange seine Schuld nicht in einem öffentlichen Verfahren, in dem er alle für seine Verteidigung notwendigen Garantien gehabt hat, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.

2. Niemand darf wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt werden, die zur Zeit ihrer Begehung nach innerstaatlichem oder internationalem Recht nicht strafbar war. Ebenso darf keine schwerere Strafe als die zum Zeitpunkt der Begehung der strafbaren Handlung angedrohte Strafe verhängt werden.

Artikel 12

Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden. Jeder hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.

Artikel 13

1. Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen.

2. Jeder hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren.

Artikel 14

1. Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.

2. Dieses Recht kann nicht in Anspruch genommen werden im Falle einer Strafverfolgung, die tatsächlich auf Grund von Verbrechen nichtpolitischer Art oder auf Grund von Handlungen erfolgt, die gegen die Ziele und Grundsätze der Vereinten Nationen verstoßen.

Artikel 15

1. Jeder hat das Recht auf eine Staatsangehörigkeit.

2. Niemandem darf seine Staatsangehörigkeit willkürlich entzogen noch das Recht versagt werden, seine Staatsangehörigkeit zu wechseln.

Artikel 16

1. Heiratsfähige Männer und Frauen haben ohne jede Beschränkung auf Grund der Rasse, der Staatsangehörigkeit oder der Religion das Recht, zu heiraten und eine Familie zu gründen. Sie haben bei der Eheschließung, während der Ehe und bei deren Auflösung gleiche Rechte.

2. Eine Ehe darf nur bei freier und uneingeschränkter Willenseinigung der künftigen Ehegatten geschlossen werden.

3. Die Familie ist die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz durch Gesellschaft und Staat.

Artikel 17

1. Jeder hat das Recht, sowohl allein als auch in Gemeinschaft mit anderen Eigentum innezuhaben.

2. Niemand darf willkürlich seines Eigentums beraubt werden.

Artikel 18

Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.

Artikel 19

Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.

Artikel 20

1. Alle Menschen haben das Recht, sich friedlich zu versammeln und zu Vereinigungen zusammenzuschließen.

2. Niemand darf gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören.

Artikel 21

1. Jeder hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken.

2. Jeder hat das Recht auf gleichen Zugang zu öffentlichen Ämtern in seinem Lande.

3. Der Wille des Volkes bildet die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt; dieser Wille muß durch regelmäßige, unverfälschte, allgemeine und gleiche Wahlen mit geheimer Stimmabgabe oder einem gleichwertigen freien Wahlverfahren zum Ausdruck kommen.

Artikel 22

Jeder hat als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit sowie unter Berücksichtigung der Organisation und der Mittel jedes Staates in den Genuß der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind.

Artikel 23

1. Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.

2. Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

3. Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.

4. Jeder hat das Recht, zum Schutze seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.

Artikel 24

Jeder hat das Recht auf Erholung und Freizeit und insbesondere auf eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit und regelmäßigen bezahlten Urlaub.

Artikel 25

1. Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen, sowie das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität oder Verwitwung, im Alter sowie bei anderweitigem Verlust seiner Unterhaltsmittel durch unverschuldete Umstände.

2. Mütter und Kinder haben Anspruch auf besondere Fürsorge und Unterstützung. Alle Kinder, eheliche wie außereheliche, genießen den gleichen sozialen Schutz.

Artikel 26

1. Jeder hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist unentgeltlich, zum mindesten der Grundschulunterricht und die grundlegende Bildung. Der Grundschulunterricht ist obligatorisch. Fach- und Berufsschulunterricht müssen allgemein verfügbar gemacht werden, und der Hochschulunterricht muß allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offenstehen.

2. Die Bildung muß auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und auf die Stärkung der Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten gerichtet sein. Sie muß zu Verständnis, Toleranz und Freundschaft zwischen allen Nationen und allen rassischen oder religiösen Gruppen beitragen und der Tätigkeit der Vereinten Nationen für die Wahrung des Friedens förderlich sein.

3. Die Eltern haben ein vorrangiges Recht, die Art der Bildung zu wählen, die ihren Kindern zuteil werden soll.

Artikel 27

1. Jeder hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben.

2. Jeder hat das Recht auf Schutz der geistigen und materiellen Interessen, die ihm als Urheber von Werken der Wissenschaft, Literatur oder Kunst erwachsen.

Artikel 28

Jeder hat Anspruch auf eine soziale und internationale Ordnung, in der die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten voll verwirklicht werden können.

Artikel 29

1. Jeder hat Pflichten gegenüber der Gemeinschaft, in der allein die freie und volle Entfaltung seiner Persönlichkeit möglich ist.

2. Jeder ist bei der Ausübung seiner Rechte und Freiheiten nur den Beschränkungen unterworfen, die das Gesetz ausschließlich zu dem Zweck vorsieht, die Anerkennung und Achtung der Rechte und Freiheiten anderer zu sichern und den gerechten Anforderungen der Moral, der öffentlichen Ordnung und des allgemeinen Wohles in einer demokratischen Gesellschaft zu genügen.

3. Diese Rechte und Freiheiten dürfen in keinem Fall im Widerspruch zu den Zielen und Grundsätzen der Vereinten Nationen ausgeübt werden.

Artikel 30

Keine Bestimmung dieser Erklärung darf dahin ausgelegt werden, daß sie für einen Staat, eine Gruppe oder eine Person irgendein Recht begründet, eine Tätigkeit auszuüben oder eine Handlung zu begehen, welche die Beseitigung der in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten zum Ziel hat.

http://www.un.org/depts/german/grunddok/ar217a3.html

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Die 30 Menschenrechte selbst müssen zwingend ebenfalls im Artikel genannt werden – gerade darum geht es doch. — Chaddy · D – DÜP – 00:07, 26. Jul. 2013 (CEST)
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Die Flagge der Vereinten Nationen

Sonderbriefmarke von 1998 zum 50. Jahrestag der Erklärung

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (A/RES/217, UN-Doc. 217/A-(III)), auch:Deklaration der Menschenrechte oder UN-Menschenrechtscharta oder kurz AEMR, ist das ausdrückliche Bekenntnis der Vereinten Nationen zu den allgemeinen Grundsätzen derMenschenrechte. Es wurde am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Palais de Chaillot in Paris genehmigt und verkündet.

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“

– Allgemeine Erklärung der Menschenrechte[1]

Der 10. Dezember als Tag der Verkündung wird seit 1948 als Internationaler Tag der Menschenrechte begangen.

Grundlagen[Bearbeiten]

Die Menschenrechtserklärung besteht aus 30 Artikeln. Diese enthält grundlegende Ansichten über die Rechte, die jedem Menschen zustehen, „ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.“[2] und unabhängig davon, in welchem rechtlichen Verhältnis er zu dem Land steht, in dem er sich aufhält. Mit Übersetzungen in nach Angaben des Office of the High Commissioner for Human Rights mehr als 300 Sprachen ist sie einer der am meist übersetzten Texte.

Schon die Präambel erklärt als grundsätzliche Absicht „FreiheitGerechtigkeit und Frieden in der Welt“, und Glauben an die grundlegenden Menschenrechte, an „die Würde und den Wert der menschlichen Person und an die Gleichberechtigung von Mann und Frau“.[3]

Rechtlicher Status[Bearbeiten]

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist keine verbindliche Rechtsquelle des Völkerrechts.[4] Sie wurde mit der Resolution 217 A (III)[5] der UN-Vollversammlung eingeführt. Die Erklärung ist also kein völkerrechtlicher Vertrag und daher nicht als solcher verbindlich. Auch ihr Status als Resolution verleiht ihr keine verbindliche Wirkung, da nach der UN-Charta nur Resolutionen des Sicherheitsrates bindende Wirkung zukommt und eine entsprechende Regelung für Resolutionen der Vollversammlung fehlt.[6] Allerdings ist die Aussage einer Unverbindlichkeit der Erklärung dennoch einzuschränken: Zum einen finden sich viele Bestimmungen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auch in den beiden internationalen Pakten über Bürgerliche und Politische Rechte („Zivilpakt“, BPR) sowie über Wirtschaftliche, Soziale und Kulturelle Rechte („Sozialpakt“, WSKR), beide 1966 geschlossen und 1976 in Kraft getreten; diese Bestimmungen haben dadurch den Rang bindender internationaler Abkommen erhalten. Zum anderen ist es denkbar, dass sich Bestimmungen der Erklärung zu Völkergewohnheitsrecht entwickeln und dann auf dieser Basis bindende Wirkung entfalten. Die Rechtsquelle, auf der die Bindung beruht, wäre dann aber das – im Einzelfall nachzuweisende – Gewohnheitsrecht, nicht die Erklärung selbst.

Im Juli 2010 erklärte die UN-Vollversammlung mehrheitlich das Recht auf Wasser zum Menschenrecht.[7] Auch diese Erklärung ist aber aus denselben Gründen völkerrechtlich nicht verbindlich.

Vorläufer[Bearbeiten]

Eleanor Roosevelt mit der spanischen Sprachversion (Declaración Universal de los Derechos del Hombre)

„Allgemeine Menschenrechte“ wurden erstmals im 6. Jh. v. Chr. auf dem altpersischen Kyros-Zylinder postuliert. In der Moderne erfolgte die Formulierung in der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von 1776:

„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt wurden, worunter Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit sind.“

Dort sind sie bereits als „unveräußerliche“ Rechte definiert. Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte der französischen Nationalversammlung vom 26. August 1789 greift diese Ideen auf und führt sie weiter aus, basierend auf den zu der Zeit aktuellen philosophischen Ideen derAufklärung. Die Allgemeine Menschenrechterklärung nimmt mit den Worten „im Geist der Brüderlichkeit“[1] und „Freiheiten ohne irgendeinen Unterschied“[2] auf diese Rechtstradition Bezug. Einer der ersten Versuche, den Gültigkeitsanspruch der Menschen- und Bürgerrechte über Europa und Amerika hinaus zu erweitern, war die vom African National Congress (ANC) am 16. Dezember 1943 verabschiedete Erklärung Africans’ Claims in South Africa.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Erklärung der Menschenrechte durch die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen ist eine direkte Reaktion auf die schrecklichen Ereignisse des Zweiten Weltkriegs, in dem die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben. Gemäß Artikel 68 der Charta der Vereinten Nationen[8] wurde 1946 die UN-Menschenrechtskommission als eine Fachkommission des UN-Wirtschafts- und Sozialrates gegründet. Im Bewusstsein der inhaltlichen Defizite der Charta hinsichtlich der Menschenrechte war somit die erste große Aufgabe der neu gegründeten Kommission die Erarbeitung eines internationalen Menschenrechtskodex (International Bill of Rights).[9] Ende Januar 1947 nahm die aus 18 Experten bestehende Kommission unter der Leitung Eleanor Roosevelts ihre Arbeit auf.

Wesentlichen Anteil an der Abfassung hatten der kanadische Jurist John Humphrey, der libanesische Politiker und Philosoph Charles Malik, der französische Jurist René Cassin, der chinesische Philosoph Peng-chun ChangEleanor Roosevelt, die Witwe des vormaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt sowie Jacques Maritain.

Die Verhandlungen[Bearbeiten]

Das Verhandlungsklima war bereits so stark geprägt von dem Konflikt zwischen Ost und West, dessen Ausmaße bald den ganzen Globus umspannten und Hunderte von Kriegen und Konflikte mit massivsten Menschenrechtsverletzungen auslösen sollten, dass Eleanor Rooseveltbald den Plan eines völkerrechtlich bindenden Menschenrechtspaktes verwerfen musste und angesichts der sich stetig verhärtenden Fronten entschloss, mehrstufig vorzugehen und sich zunächst nur auf den Entwurf einer unverbindlichen Erklärung der Menschenrechte zu konzentrieren. Die Einigung auf die rechtlich bindende Form eines völkerrechtlichen Vertrages wurde auf später verschoben, denn sie schien zu diesem Zeitpunkt nicht nur sehr zeitaufwendig, sondern vor allem sehr unsicher im Vergleich zu einer allgemeinen Erklärung, die im Grunde nur eine bloße Empfehlung darstellen würde. Was man aber zunächst erreichen wollte, war eine Definition des zu schützenden Bestandes an Menschenrechten, um so eine universale Rechtsauffassung zum Ausdruck zu bringen.[10] Doch auch dies sollte, wie sich bald zeigte, komplizierter als zuvor vermutet werden. Während die westlichen Staaten ausschließlich politische und bürgerliche Freiheitsrechte in die Erklärung aufnehmen wollten, bestanden die Sowjetunion und andere sozialistische Staaten auf demselben Stellenwert wirtschaftlicher und sozialer Rechte. Vor dem Hintergrund all dieser Meinungsverschiedenheiten offenbarte sich die letztendlich am 10. Dezember 1948 verabschiedete Fassung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte als das Resultat eines schwierigen Kompromisses und war allgemein genug gehalten, damit er unterschiedlich akzentuierte Auslegungen der Menschenrechte zuließ.[11]

Am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte mit 48 Ja-Stimmen, 0 Gegenstimmen und 8 Enthaltungen verabschiedet. Die Enthaltungen kamen von der Sowjetunion, der UkraineWeißrusslandPolen, der ČSSRJugoslawienSaudi-Arabien undSüdafrika.

Weiterführendes[Bearbeiten]

Die erste Weltmenschenrechtskonferenz fand 1968 in Teheran statt. Die zweite Weltmenschenrechtskonferenz wurde von den Vereinten Nationen vom 14. bis 25. Juni 1993 in Wien abgehalten, wenige Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges und der Blockkonfrontation. In der Abschlusserklärung bekannten sich die fast vollzählig versammelten 171 Staaten einmütig zu ihren menschenrechtlichen Verpflichtungen.

Im Jahr 1990 beschloss die Organisation der Islamischen Konferenz die Kairoer Erklärung der Menschenrechte, die inhaltlich erheblich von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte abweicht, obwohl sie im Wortlaut ähnlich gehalten ist. Sie garantiert z. B. keine Gleichberechtigung von Männern und Frauen und kein Recht auf freie Wahl der Religion oder des Ehepartners. Weiter stellt sie alle dargestellten Rechte unter den Vorbehalt der islamischen Schari’a.

Die Arabische Charta der Menschenrechte wurde 2004 von der Arabischen Liga beschlossen und liegt näher an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Eine im Jahr 2010 gestartete Initiative suchte nach einem universellen Logo für Menschenrechte. Aus über 15.300 Vorschlägen aus mehr als 190 Ländern bestimmte eine Jury ab Juli 2011 die besten Zehn. Das Gewinnerlogo stammt von Predrag Stakic aus Serbien und verbindet die Silhouette einer Hand mit der eines Vogels.[12]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ↑ Hochspringen nach:a b Art. 1. In: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. 10. Dezember 1948 (un.org, abgerufen am 13. Oktober 2011).
  2. ↑ Hochspringen nach:a b Art. 2. In: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. 10. Dezember 1948 (un.org, abgerufen am 13. Oktober 2011).
  3. Hochspringen↑ Präambel der Erklärung. In: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. 10. Dezember 1948 (ONHCR, abgerufen am10. Dezember 2008).
  4. Hochspringen↑ H.J. Steiner/P. Alston (Hrsg.). International Human Rights in Context. 2. Aufl. Oxford 2000, S. 151. Vgl auch Art. 38 Abs. 1 des IGH-Statuts, der die Völkerrechtsquellen auflistet.
  5. Hochspringen↑ Einführung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte über UN-Resolution 217 A (III)
  6. Hochspringen↑ Art. 25 UN-Charta.
  7. Hochspringen↑ Webseite der Vereinten Nationen: General Assembly Adopts Resolution Recognizing Access to Clean Water, Sanitation (28. Juli 2010), Protokoll zu den Positionen und Voten der Mitgliedsländer, zuletzt abgerufen am 21. März 2011
  8. Hochspringen↑ Die Resolution der UN-Generalversammlung UN-Doc. 217/A-(III), 12. Dezember 1948. In: Informationen der GfpA. Nr. 58,September 1998 (PDF; 0,8 MB, abgerufen am 10. Dezember 2008).
  9. Hochspringen↑ Christian Tomuschat: Globale Menschenrechtspolitik, In: Karl Kaiser, Karl/Hans-Peter Schwarz: Weltpolitik im neuen Jahrhundert, Baden-Baden, 2000, S. 431–441.
  10. Hochspringen↑ Sven Bernhard Gareis/Johannes Varwick: Die Vereinten Nationen: Aufgaben, Instrumente und Reformen, 4. Aufl., Opladen/Farmington Hills, 2006, S. 176
  11. Hochspringen↑ Peter J. Opitz: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, In: Helmut Vogler (Hg.): Lexikon der Vereinten Nationen, München/Wien, 2000, S. 331–336
  12. Hochspringen↑ Website über das Logo

http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Am 10.12.1948 um drei Uhr nachts verkündeteEleanor Roosevelt, Vorsitzende der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen, die “Allgemeine Erklärung der Menschenrechte”. Zwei Jahre lang hatten acht Männer und Frauen aus Australien, Chile, China, Frankreich, dem Libanon, der Sowjetunion, Großbritannien und den Vereinigten Staaten an dieser Erklärung gearbeitet. Sie wurde für die Menschen auf der ganzen Welt zum Wegweiser und Bezugspunkt beim Kampf um ein menschenwürdiges Leben ohne Angst und Schrecken.

Eine Hand hält ein kleines Heft mit dem Titel "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte hoch". (Rechte: dpa)Gleiches Recht für alle Menschen?

Ein weltweit gültiger Wertekatalog

Ohne Gegenstimmen und mit acht Enthaltungen nahmen die damals 58 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen im Pariser Palais de Chaillot die “Allgemeine Erklärung der Menschenrechte” an. Sie sollte das “von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal” sein. Die Erklärung stützte sich weder auf ein bestimmtes Menschenbild noch auf eine spezielle Philosophie oder Religion. Ihre Grundlagen waren vielmehr die Achtung vor dem Leben und der Glaube an den Wert eines jeden Menschen. Daraus leiten sich die Rechte des Menschen ab, die in der Erklärung verkündet werden: das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit, Verbot von Sklaverei und Folter, Gedanken- und Glaubensfreiheit, Recht auf freie Meinungsäußerung, Bildung, Arbeit, Gesundheit und Wohlbefinden sind nur einige von ihnen.

Eleanor Roosevelt hält ein Plakat der MenschenrechtserklärungEleanor Roosevelt stritt für die Menschenrechte

Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit wurden Rechte formuliert, die für alle Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Nationalität oder Rasse gelten sollen. Die Erklärung wurde seit 1948 in mehr als 200 Sprachen übersetzt. Die anwesenden Staaten verpflichteten sich durch “fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen” die Einhaltung dieser Rechte zu gewährleisten. Jedoch gab es zu diesem Zeitpunkt keine vertragliche Bindung, keine Kontrollmöglichkeiten, ob die Staaten ihr Versprechen einlösen.

Internationaler Strafgerichtshof in Den HaagInternationaler Strafgerichtshof in Den Haag

Nur schöne Worte auf geduldigem Papier?

Bis heute klafft ein tiefer Graben zwischen der Forderung der Menschenrechtserklärung und der realen Situation in vielen Ländern. In ihren Jahresberichten stellt die Menschenrechtsorganisation “amnesty international” fest, dass immer noch in zahlreichen Staaten Menschen auf Staatsbefehl gefoltert und misshandelt werden. Auf allen Kontinenten gibt es willkürliche Inhaftierungen, Folter, Todesstrafe, Unterdrückung Andersdenkender, Diskriminierung von Minderheiten, ethnische Säuberungen, unmenschlichen Umgang mit Flüchtlingen, Rassismus, Sexismus, soziale Ausgrenzung und Verelendung. Auch nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges kehrte kein Frieden ein. In zahlreichen Staaten werden Konflikte mit Waffengewalt gelöst. Waren die Bemühungen nach einer gemeinsamen moralischen Grundlage der Völker dieser Welt umsonst? Bleibt die “Allgemeine Erklärung der Menschenrechte” ein unerreichbares Ideal?

Nein, denn trotz der anhaltend großen Zahl der Verbrechen gegen die Menschenrechte übersteigt der Erfolg der UN-Erklärung alle Erwartungen. Sie wurde zur Grundlage einer Vielzahl von Pakten und Verträgen und die Basis vieler Staatsverfassungen. 1966 gelang es auf internationaler Ebene zwei Konventionen zu verabschieden: den “Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte” (“Freiheitsrechte”) und den “Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte” (“Sozialrechte”). Sie sind völkerrechtlich bindend und somit geltendes Recht. Ein Großteil der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen hat die Verträge unterschrieben. Immer mehr Mittel und Instrumente zum Schutz der Menschenrechte werden bereitgestellt. So wurde im Jahr 2002 der lange geforderte erste “Internationale Strafgerichtshof” mit Sitz in Den Haag eröffnet. Obwohl noch immer die Durchsetzbarkeit der Rechte letztendlich vom politischen Willen abhängt, wird das Netzwerk zum Schutz vor den Verbrechen gegen die menschliche Würde immer enger.

Wo beginnen die Menschenrechte?

Der größte Erfolg der “Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte” ist, dass sie aus dem Bewusstsein der Menschen nicht mehr wegzudenken sind. Es gibt weltweit rund 1000 Gruppen, die sich für Menschenrechte engagieren. Eine wachsende Bewegung von Menschen aller Völker kämpft gegen das Leid in den eigenen Ländern und solidarisiert sich mit den anderen.

Eleanor Roosevelt fand auf die Frage “Wo beginnen die Menschenrechte?” folgende Antwort: “An den kleinen Plätzen, nahe dem eigenen Heim. So nah und so klein, dass diese Plätze auf keiner Landkarte der Welt gefunden werden können. Und doch sind diese Plätze die Welt des Einzelnen: Die Nachbarschaft, in der er lebt, die Schule oder die Universität, die er besucht, die Fabrik, der Bauernhof oder das Büro, in dem er arbeitet. Das sind die Plätze, wo jeder Mann, jede Frau und jedes Kind gleiche Rechte, gleiche Chancen und gleiche Würde ohne Diskriminierung sucht. Solange diese Rechte dort keine Geltung haben, sind sie auch woanders nicht von Bedeutung. Wenn die betroffenen Bürger nicht selbst aktiv werden, um diese Rechte in ihrem persönlichen Umfeld zu schützen, werden wir vergeblich nach Fortschritten in der weiteren Welt suchen.”

http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/menschenrechte/geschichte_der_menschenrechte/menschenrechtserklaerung.jsp

Globales Schulnetzwerk schaffen, sie können es fördern mit ihrem Beitrag! Die Schüler der Welt im Live-Chat in Kontakt bringen und gemeinsame Werte vermitteln im Sinne der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte als Grundlage für globale Entscheidungen in ihrem Sinne! Ein Bildbericht vom Start in Sunyani in Ghana!

Globales Schulnetzwerk schaffen, sie können es fördern mit ihrem Beitrag! Die Schüler der Welt im Live-Chat in Kontakt bringen und gemeinsame Werte vermitteln im Sinne der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte als Grundlage für globale Entscheidungen in ihrem Sinne! Ein Bildbericht vom Start in Sunyani in Ghana!

Veröffentlicht am November 26, 2013von 

In Ghana organisiert den Projekttag der Koordinator von Black&’White Ghana in der St. Maries-School, einer Grundschule mit zwei Jahren Mittelstufe und 2000 Schülern. Diese Schule hat der Koordinator der deutschen Black&White-Initiative Anfang des Jahres besucht (weitere Bilder am Ende).

Globales Schulnetzwerk schaffen, sie können es fördern mit ihrem Beitrag!

Die Schüler der Welt im Live-Chat in Kontakt bringen und gemeinsame Werte vermitteln im Sinne der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte als Grundlage für globale Entscheidungen in ihrem Sinne!

Die Initiativen Black&White bitten um Unterstützung, Mitarbeit und Spenden für den Aufbau eines globalen Schulnetzwerkes. Wir beginnen damit in Schulen in Deutschland und Ghana. Hier unser Vorschlag, unten die Adresse des Fonds, den der gemeinnützige Verein „Initiative Black&White e.V.“ dafür eingerichtet hat und auf den sie (steuerabsetzbar) spenden können. Wer aks Person oder Schule das Schulnetzwerk mit aufbauen will, ist herzlich dazu eingeladen, unten stehen unsere Adressen (homepage: www.blackandwhite-schwarzundweiss.de).

Hier unser Vorschlag:

Aktualität des Projektes:

Viele sind erschüttert vom Ertrinken der vielen Flüchtlinge im Mittelmeer. Wie hoffnungslos muss ihre Lebenssituation sein, wenn sie ihr Leben riskieren, nur um nach Europa zu kommen. Wir wollen die Menschen  – und auch schon die Kinder und Jugendlichen mit altersgemäßen Mitteln – zusammenbringen, die für Menschenwürde überall eintreten, um zu sehen, wie man besser dafür zusammenarbeiten kann.

Ziele der Schulallianz

Wir wollen eine Schulallianz schaffen um beizutragen,

–             dass sich Menschen verschiedener Staaten, Religionen, Hautfarben kennenlernen, mehr übereinander wissen, wie wir in den verschiedenen Gegenden leben. Und dass wir  Menschen in verschiedenen Ländern uns als Angehörige einer menschlichen Familie begreifen lernen, eine Sichtweise, die auch die Staaten mit der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte als weltweiter Verfassung beschlossen haben.

–             dass wir gemeinsam an Antworten arbeiten auf die nationalen und globalen Herausforderungen: Klimawandel, Armut, soziale Unsicherheit und Perspektivlosigkeit der Jugend, Umweltzerstörung, wachsende Gewalt und Krieg und sie als gemeinsame Herausforderungen begreifen, die wir am besten gemeinsam bewältigen können, bzw. wo wir voneinander lernen können.

–             dass wir Informationen und Wissen  teilen, Meinungen austauschen, auch über mögliche gemeinsame Aktivitäten reden.

–             dass wir überall die Rechte der Menschenrechtserklärung kennen lernen und  uns gegenseitig ermutigen, für sie einzutreten und voneinander lernen, wie das erfolgreich geht.

Was wir tun wollen:

1.)         Wir bauen im Internet einen Blog auf mit Bildungsmaterialien in Deutsch und Englisch, auf den Interessierte und v.a. Schulen und Schüler zugreifen können.

2.)         Dort stellen wir auch Schulportraits der Schulen rein, die die Schulallianz mitaufbauen wollen  mit Kontaktmöglichkeiten.

3.)         Wir starten mit Verbindungen zwischen Schulen in Ghana und Deutschland.

4.)         Die Black&White Vereine machen die Idee der Schulallianz in ihren Ländern bekannt und schlagen den Schulen vor, mitzumachen und organisieren und vermitteln Kontakte zwischen Schulen, vor allem in Nord und Süd, Afrika und Europa.

5.)         In Sunyani in Ghana (http://de.wikipedia.org/wiki/Sunyani), in Ghana (http://de.wikipedia.org/wiki/Ghana) wollen wir jetzt mit dem Aufbau der Schulallianz beginnen mit den Schulen, die in Deutschland teilnehmen wollen.

In Ghana hat sich eine Gruppe zusammengefunden, die dort für den Aufbau des Schulnetzwerkes den  gemeinnützigen Verein „Black&White Ghana“ gegründet hat. In ihr arbeiten u.a. ein früherer Schulleiter mit, zwei Journalisten, ein Student. Die Gruppe hat jetzt von der Schulverwaltung die Erlaubnis bekommen, Bildungsveranstaltungen in Schulen in der Brong-Ahafo Region, in einer von zehn Regionen in Ghana (ähnlich hiesigen Bundesländern) , (http://de.wikipedia.org/wiki/Brong-Ahafo_Region) zu organisieren.

Die Gruppe beginnt jetzt, in die Schulen zu gehen in Sunyani, die Schulen und Schüler über unsere Idee, ein Schulnetzwerk zu schaffen, zu informieren und sie dafür zu begeistern. In einem zweiten Schritt werden wir dann interessierte Schulen hier und in Ghana vermitteln zu Livechats zwischen Klassen der interessierten Schulen. Das sollte noch in diesem Schuljahr möglich sein.

Wir werden dann aus den Erfahrungen  und im Gespräch mit den Schulen die Schulallianz weiterentwickeln.

 

Die Finanzierung

Der Black&White-Verein in Ghana hat bisher selbst keine Einkünfte (in Ghana leben viele Menschen von weniger als einem Euro am Tag, die anderen sind in die Solidarität der Großfamilie  eingebunden, viele junge Leute, auch mit Hochschulabschluss, sind arbeitslos). Menschen oder Firmen in Ghana mit höheren Einkünften konnten bisher nicht als Sponsoren gewonnen werden.

Für den Betrieb des Black&White Büros als Basis für das Schulnetzwerkes und die Schulbesuche müssen wir in Deutschland, die für die Idee eintreten – zumindest am Anfang  aufkommen, damit es etwas werden kann.

Wir haben von unserem Verein Black&White in Sunyani ein Büro für zwei Jahre gemietet und einen Beamer für den Verein in Ghana erworben und ihn dort übergeben.

Für den Beginn brauchten wir jetzt monatlich 400 bis 500 Euro, damit die Gruppe in Ghana kontinuierliche daran arbeiten kann, das Netzwerk aufzubauen.

Wir richten von der Initiative Black&White einen Fonds ein zur Unterstützung des Aufbaus des Global schoolnetworks in Afrika, in den die Spenden der deutschen Schulen gehen; aus diesem Fonds werden wir zuerst den Aufbau des Netzwerkes in Sunyani unterstützen; wir haben aber auch nach Togo, Kenya, Mocambique, Burundi, Uganda und Kamerun Verbindungen aufgebaut und an einigen Orten haben sich Black&White-Gruppen gebildet. Wenn sich das Netzwerk in Sunyani als effektiv erweist und wir gute Resultate erreichen und mehr Menschen und Schulen es fördern wollen, können wir das Schulnetzwerk dann auch in anderen Ländern fördern.

Wir haben jetzt einen ersten Chat organisiert von unserem Verein mit einer Schulklasse in Sunyani. Die ghanischen Mitglieder haben es hinbekommen. Hier ist der Bildbericht von Ralph Gyamfi, dem Koordinator des dortigen Vereins von dem Chat.

http://blackandwhiteinitiative.wordpress.com/2013/11/26/wir-beginnen-ein-schulnetzwerk-aufzubauen-zwischen-schulen-in-deutschland-und-ghana-schulen-konnen-mitmachen-jetzt-gab-es-den-ersten-live-chat-mit-einer-schule-in-sunyani-in-ghana-hier-der-bildberi/

Schulen und Personen, die am Aufbau des Projektes mitmachen wollen, sind herzlich eingeladen sich beim Verein zu melden: Email: b.u.w@gmx.de, Telefon: 05655-9234981.

Liebe Grüße, Wolfgang Lieberknecht

Konto für Spenden für den Fonds für das Schulnetzwerk:

Initiative Black&White
Sparkasse Werra-Meißner
Stichwort “Fonds Schulnetzwerk”

Konto: 5003199
BLZ: 52250030

Wir schicken eine Spendenquittung  zu.

Peter und Ralph von Black&White Ghana und der für Computer zuständige Lehrer, Benjamin Barnes

Installation der Geräte für den Live-Chat nach Deutschland.

einführender vortrag über den Sinn der internationalen Verständigung und die Menschenrechte. Auf der Tafel schon das Bild vom Beamer, über den danach eine kurze Botschaft aus Deutschland kommt zur Zusammenarbeit angesichts der gemeinsamen globalen Herausforderungen.

Die Schüler haben Papierflugzeuge gebastet und die Menschenrechte daruaf notiert, die sie für wichtig halten.

Übergabe des von der deutschen Black&White-Initiative finanzierten Beamers für den Aufbau des Schulnetzwerkes.

Besuch einer zweite Schule in Sunyani.

Ist unsere Schokolade “schmutzig”, weil in ihr Kinderleid steckt? Ein Journalist berichtet aus der Elfenbeinküste!

Diese Dokumentation zeigt, dass die Schokoladen-Industrie Kinderhandel und Kinderarbeit zumindest duldet. Denn sonst müssten die Hersteller mehr unternehmen, und wirklich nur von Herstellern kaufen, bei denen garantiert keine Kinder arbeiten.
Ferrero, Guylian, Hofbauer, Lindt, Mars, Milka, Nestlé, Storck oder Suchard schneiden weiterhin bei Ökologie, Soziales und Tierschutz nur mit „Kritisch” oder „Ungenügend” ab.

Kakao

Betroffene Länder

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

Kakaopflanzen wachsen nur im Gebiet um den Äquator herum: in Mittel- undSüdamerikaAfrika und Südostasien. UNICEF und terre des hommes schätzen die Anzahl der Kinder, die auf Plantagen in West- und Mittelafrika zur Arbeit gezwungen werden, auf über 200.000. Organisierte Menschenhändler kaufen die Kinder in Ländern wie MaliBenin und Togo ihren Eltern ab und verkaufen sie dann an die Nachbarländer NigeriaGabun, Kongo und insbesondere an die Elfenbeinküste. Aus diesem Land kommt etwa 40 Prozent des Rohkakaos, der auf dem Weltmarkt gehandelt wird. 12)

Fallbeispiel
Bericht eines 16-jährigen Jungen aus Mali 

“Wir schliefen auf dem Bodeneiner Hütte aus Schlamm und Stroh. Wir durften sie nur zur Arbeit in den Feldern verlassen. Die Arbeitszeiten waren sehr hart, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, und manchmal, wenn Vollmond war, sogar bis zehn Uhr abends. Uns wurde Lohn versprochen, aber sie sagten, dass wir erst die Kosten der Reise zurückzahlen müssten.

Ich habe mich dort zwei Jahre lang abgerackert, ohne jemals Geld zu bekommen. Kinder, die sich weigerten zu arbeiten, wurden mit dem Motorgurt des Traktors geschlagen oder mit Zigaretten verbrannt. Wir bekamen kaum etwas zu essen: mittags zwei Bananen, die wir aßen, ohne die Arbeit zu unterbrechen, und eine Maismehlsuppe am Abend. Einige Kinder sind vor Erschöpfung zusammengebrochen. Diejenigen, die krank wurden, wurden fortgeschafft. Wir haben sie nie wieder gesehen.“ 3)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von den Kindern ausgeführt?

Kinder ernten die reifen Früchte des Kakaos mit der Machete, danach befreien sie die Samen von Hand aus der Schale. In manchen Gegenden werden die Kerne anschließend in Trockenöfen getrocknet, die bis zu 60 Grad aufgeheizt werden. 2) Außerdem werden die Pflanzen mit Pestiziden bespritzt (z.B. Thiodan), meist ohne Schutzkleidung.

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

Wie viele andere Kinder, die in derLandwirtschaft arbeiten, schuften Kinder auf Kakaoplantagen meist über zwölf Stunden am Tag, sieben Tage die Woche – und das bei glühender Hitze. So bekommen sie oft Rückenschmerzen und andere Beschwerden vom Schleppen der schweren Kakaobohnensäcke und vom Umgang mit der Machete. Zusätzlich schwächen die gesundheitsschädlichen Pestizide ihre Körper, oft erbrechen sie oder bekommen Fieber. 34)

Verbraucher-Tipps

Wie können wir gegen Kinderarbeit aktiv werden?

Nur Schokolade mit dem Fairtrade-Siegel kaufen. Viele Kaufhäuser und Lebensmittelgeschäfte bieten solche Produktean. Außerdem gibt es Weltläden, die Produkteanbieten, welche die Existenz der ErzeugerInnen im Süden sichern. Sie sind alle fair gehandelt und viele stammen bereits aus ökologischer Produktion.

Quellen + Links

  1. Projektmappe Kinderarbeit Seite 25 [zurück zum Text]
  2. Bericht aus der Süddeutschen Dezember 2005 [zurück zum Text][zurück zum Text]
  3. Kinderarbeit Kakao [zurück zum Text][zurück zum Text]
  4. Mittlerweile ist auch Teil 2 zu sehen [zurück zum Text]

http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/produkte/landwirtschaft/kakao/

Alle Menschen sind AfrikanerInnen, stammen von einer afrikanischen Urmutter ab! Afrika ist die Wiege der Menschheit! Wir sind tatsächlich eine menschliche Familie, weltweit alle verwandt!

 

Out-of-Africa-Theorie

Die Wanderung von Homo sapiens über den Nahen Osten nach Australien.
M 168 und M 130 bezeichnen Marker im Y-Chromosom des Menschen (vgl. Adam des Y-Chromosoms).

Die Besiedelung Eurasiens durch Homo sapiens ab etwa 40.000 Jahren vor heute. M bezeichnet Marker auf dem Y-Chromosom des Menschen.

Als Out-of-Africa-Theorie (auch: Out-of-Africa-Hypothese) bezeichnet man in derPaläoanthropologie die Annahme, dass dieGattung Homo ihren Ursprung in Afrika hatte und dass sich deren Angehörige von dort über die ganze Welt verbreiteten.

Im ursprünglichen Sinne bezieht sich die Out-of-Africa-Theorie auf das Entstehen und die Ausbreitung von Homo erectus, dessen älteste Fossilfunde außerhalb Afrikas rund 1,8 Millionen Jahre alt sind (auch: „Out-of-Africa I“).[1][2] Die Bezeichnung wird jedoch häufig auch auf dieAusbreitung von Homo sapiens angewandt (auch: „Out-of-Africa II“ oder Recent African Origin);[3]Belege hierfür sind beispielsweise die FossilienOmo 1 und Omo 2 sowie die Herto-Schädel ausÄthiopien, die zu den ältesten als sicher datierten Nachweisen von Homo sapiens zählen.

Sollten sich, wie heute ein Teil der Forscher annimmt, die in Europa als Homo heidelbergensisklassifizierten Individuen vor mehr als 600.000 Jahren bereits in Afrika von Homo erectus und somit von der zu Homo sapiens führenden Entwicklungslinie getrennt und – von Afrika kommend – Europa besiedelt haben,[4] wäre ihnen „Out-of-Africa II“ zuzuschreiben und der späteren Ausbreitung von Homo sapiens „Out-of-Africa III“.[5]

Die Out-of-Africa-Theorie wird durch zahlreiche Fossilfunde und – in Bezug auf Homo sapiens– auch durch genetische (siehe die beiden Grafiken) sowie linguistische[6] Befunde gestützt. Sie ist die heute von der Mehrzahl der Forscher vertretene Theorie über die Herkunft des Menschen[7] und bildet seit den 1980er-Jahren den Gegenpol zur veralteten, durch genetische Analysen widerlegten Hypothese vom multiregionalen Ursprung des modernen Menschen. Dieser Hypothese lag die Annahme zugrunde, Homo sapiens habe sich in Afrika, Europa, Australien und Asien – getrennt voneinander – aus einem gemeinsamen Vorfahren der Gattung Homo entwickelt.

Die Entdeckung der 1,85 Millionen Jahre alten Fossilien von Dmanissi sowie der Flores-Fossilien und deren vorläufige Herleitung von Homo erectus hat in Fachkreisen eine Debatte darüber ausgelöst, ob bereits Australopithecus-artige Populationen Afrika verließen, sich außerhalb Afrikas zu Homo erectus fortentwickelten und dieser dann auch Afrika wieder besiedelte.[8]

Die Bezeichnung Out of Africa entstand Mitte der 1980er Jahre in Anlehnung an den 1985 verfilmten Roman von Karen Blixen Jenseits von Afrika (Originaltitel: Out of Africa).[9]

Die Beiträge Afrikas zur kulturgeschichtlichen Entwicklung der Menschheit werden unter dem Schlagwort Black Athena diskutiert.[10]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hochspringen↑ John G. Fleagle et al.: Out of Africa I: The First Hominin Colonization of Eurasia.Springer, 2010. ISBN 9048190355
  2. Hochspringen↑ “The narrative of human evolution […] is known as ‘Out of Africa 1’. This postulates that the genus Homo originated in Africa, and as H. ergaster or H. erectus, left Africa about 1.8 million years ago.“ In: Walking with humans. – Nature vom 22. Dezember 2005, doi:10.1038/nature04259
  3. Hochspringen↑ Wilson, Allan C. and Rebecca L. Cann: The Recent African Genesis of Humans. In:Scientific American, Band 266, 1992, S. 68–73
  4. Hochspringen↑ Michael Balter: In Search of the First Europeans. In: Science. Band 291, Nr. 5509, 2001, S. 1722–1725, doi:10.1126/science.291.5509.1722
  5. Hochspringen↑ Thomas Junker: Die Evolution des Menschen. C. H. Beck, 2. Auflage, München 2008, S. 38–40. – Junker benutzt arabische Ziffern.
  6. Hochspringen↑ Quentin D. Atkinson: Phonemic Diversity Supports a Serial Founder Effect Model of Language Expansion from Africa. In: Science, Band 332, Nr. 6027, 2011, S. 346–349,doi:10.1126/science.1199295
  7. Hochspringen↑ Chris StringerHuman evolution: Out of Ethiopia. In: Nature. Band 423, 2003, S. 692–695, doi:10.1038/423692a
  8. Hochspringen↑ Bernard Wood: Did early Homo migrate „out of“ or „in to“ Africa? In: PNAS. Band 108, Nr. 26, 2011, S. 10375–10376, doi:10.1073/pnas.1107724108
    Colin Barras: Our Asian Origin. In: New Scientist. Band 218, Nr. 2916, 2013, S. 40–43
  9. Hochspringen↑ Günter BräuerDer Ursprung lag in Afrika. In: Spektrum der Wissenschaft. 2003, Nr. 3, S. 40
  10. Hochspringen↑ openaccess.leidenuniv.nl (PDF) Wim van Binsbergen: Rethinking Africa’s contribution to global cultural history. Lessons from a comparative historical analysis of mankala board-games and geomantic divination. In: Talanta. Band 28–29, 1996–1997, S. 219–151. Herausgegeben vom African Studies Center, Leiden.